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DEBIAN Linux: Installation mit FAI

Nachfolgend soll die Installation eines DEBIAN-Rechners mit FAI (Fully Automatic Installation) beschrieben werden.


FAI-Server

Für die Installation eines Rechners über FAI wird ein entsprechender Server benötigt. Dieser muss mit einer minimalen Installation ausgestattet sein, wie zum Beispiel hier beschrieben wird. Weiterhin ist der Zugriff auf ein DEBIAN-Repository notwendig.


Installation

Im ersten Schritt werden die notwendigen Pakete installiert:

~# apt-get install fai-server fai-doc


Wichtige Abhängigkeiten, die ebenfalls installiert werden:


DHCP

Ist in dem Netzwerk, in welchem der FAI-Server laufen soll, bereits ein DHCP-Server vorhanden, sind an diesem Punkt keine weiteren Einstellungen notwendig. Dem DHCP-Server muss später nur die Adresse des TFTP-Server mitgeteilt werden. Existiert kein DHCP-Server, muss dieser konfiguriert werden.


Es wird für die nächsten Schritte von folgender Konstellation ausgegangen (andere Netzkonfigurationen müssen entsprechend angepasst werden):


Die Konfigurationsdatei „/etc/dhcp/dhcpd.conf“ erhält folgende Anpassungen:

ddns-update-style none;
option domain-name "test.org";
option domain-name-servers ntp.test.org;
default-lease-time 600;
max-lease-time 7200;
server-name "faiserver";
log-facility local7;

subnet 192.168.1.0 netmask 255.255.255.0 {
    option routers 192.168.1.1;
    option domain-name "test.org";
    option domain-name-servers 192.168.1.1;
    option time-servers ntp.test.org;
    option ntp-servers ntp.test.org;
    server-name ;
    next-server 192.168.1.101;
    filename "fai/pxelinux.0";
    range 192.168.1.102 192.168.1.150;
    option subnet-mask 255.255.255.0;
    option broadcast-address 192.168.1.255;
}


Jeder Client, der über FAI installiert werden soll, wird in der Datei „/etc/dhcp/dhcpd.conf“ eingetragen:

host faiclient {
    hardware ethernet 0e:0e:00:01:01:02;
    fixed-address 192.168.1.102;
}

Die Werte müssen entsprechend den eigenen Gegebenheiten angepasst werden.


Der DHCP-Server kann jetzt gestartet werden:

~# /etc/init.d/isc-dhcp-server start


Wird ein Client im gleichen Subnetz auf DHCP umgestellt und eine DHCP-Anfrage gestellt, erhält er die erste freie Adresse des Servers (normalerweise 192.168.1.102).


FAI-Repository

Soll ein anderes Paket-Repository verwendet werden, muss dieses in die Datei „/etc/fai/apt/sources.list“ eingetragen werden. Das Gleiche gilt für den DEBBOOTSTRAP, hierfür wird die Datei „/etc/fai/nfsroot.conf“ angepasst.

Unter Umständen (zum Beispiel in einem geschlossenen Netz ohne DNS) müssen statt der FQDN-Rechnernamen die IP-Adressen eingetragen werden, andernfalls schlägt bereits das FAI-Setup fehl.


FAI-Setup

Das Erstellen des FAI-NFS wird mit folgendem Befehl ausgeführt:

fai-setup -fv


Nach Erstellung des FAI-NFS müssen der ebenfalls erstellte FAI-Kernel und die zuehörige RAM-Disk verlinkt werden:

~# cd /srv/tftp/fai
~# ln -f initrd.img-$(uname -r) initrd.img
~# ln -f vmlinuz-$(uname -r) vmlinuz


FAI-Konfiguration

Ist das FAI-Setup ordnungsgemäß durchgelaufen, kann die FAI-Konfiguration im ersten Schritt aus dem Dokumentenverzeichnis von FAI kopiert werden:

~# cp -a /usr/share/doc/fai-doc/examples/simple/* /srv/fai/config/


TFTP

Der TFTP-Dienst wird bereits bei Installation gestartet. Es fehlen noch die PXE-Boot-Informationen.


DEFAULT fai
DISPLAY message
PROMPT 0
TIMEOUT 10

LABEL fai
        KERNEL vmlinuz
        APPEND initrd=initrd.img ip=dhcp root=/dev/nfs nfsroot=192.168.1.101:/srv/fai/nfsroot aufs boot=live \
        FAI_CONFIG_SRC=nfs://192.168.1.101/srv/fai/config FAI_FLAGS=verbose,sshd,createvt FAI_ACTION=install

LABEL sysinfo
        KERNEL vmlinuz
        APPEND initrd=initrd.img ip=dhcp root=/dev/nfs nfsroot=192.168.1.101:/srv/fai/nfsroot aufs boot=live \
        FAI_CONFIG_SRC=nfs://192.168.1.101/srv/fai/config FAI_FLAGS=verbose,sshd,createvt FAI_ACTION=sysinfo


NFS

/srv/fai/nfsroot 192.168.1.0/24(async,ro,no_subtree_check,no_root_squash)
/srv/fai/config 192.168.1.0/24(async,ro,no_subtree_check)
/srv/nfs4 *(ro,sync,fsid=0,crossmnt,no_subtree_check)
Der letzte Eintrag ist derzeit für DEBIAN Wheezy notwendig.


~# mkdir -p /srv/nfs4


~# service nfs-kernel-server restart


Jetzt kann der FAI-Client mit PXE gestartet werden und erhält eine Neuinstallation.


Im nächsten Teil werden die Konfigurationsdaten von FAI erweitert und angepasst.